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12.04.2018

Von: Dr. Volker Stelzer

Naturschutzaktion im Lachwald

Am Ostersamstag hat eine Grupp aus Lachwaldanwohner*innen und anderen am Naturschutz interessierten Bürger*innen im Lachwald Nisthilfen aufgehängt.
Hintergrund der Aktion ist, dass in Deutschland seit vielen Jahren die Vogelpopulationen rapide abnehmen. Neben der Verringerung der Insekten als Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten, vor allem verursacht durch die intensive Landwirtschaft, ist es die Verringerung der Lebensräume, die den Vögeln zu schaffen macht. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei der Mangel an geeigneten Höhlen für Höhlenbrüter zur Aufzucht der Jungtiere und als Ruhe- und Winterquartier. In einem unbewirtschafteten alten Wald sind derartige Höhlen in ausreichender Zahl vorhanden. Im aktuellen Zustand des Lachwaldes gibt es allerdings kaum sehr alte Bäume mit derartigen Höhlen. Will man die im Lachwald natürlicherweise vorkommenden Vogel- und Fledermausarten unterstützen, ist es deshalb sinnvoll, Brutmöglichkeiten künstlich zu schaffen, bis in einiger Zukunft genügend alte Bäume mit natürlichen Hohlräumen vorhanden sind.

Diese Problematik ist einer Gruppe naturinteressierter Bürger*innen aus Stutensee im Zuge der Diskussion um die Abholzung des Lachwaldes bewusst geworden. Jetzt, nachdem der Lachwald gerettet ist, wollten sie zu einer ökologischen Aufwertung des Gebietes beitragen. Beraten durch den seit vielen Jahren im Naturschutz engagierten Stutenseer Bürger Jörg Linder und den zuständigen Forstamtsleiter Herrn Haag hat die Gruppe aus rund einem Dutzend Stutenseer Bürger*innen Geld gesammelt und 25 Nistkästen angeschafft, die für Kohlmeise, Trauerschnäpper, Gartenbaumläufer, Waldbaumläufer, Star, Waldkauz, Hohltaube aber auch Siebenschläfer und Fledermaus als Behausung dienen können. Am Ostersamstag war es dann so weit und die Nisthilfen wurden im Lachwald an zuvor mit dem Forstamtsleiter abgestimmten Bäumen aufgehängt. Diese Gemeinschaftsaktion fand bei strahlendem Sonnenschein statt. Nebenbei wurde auch von einigen Kindern der Beteiligten Abfall aufgesammelt, der im Wald verstreut war. Während der Aktion waren Kleiber, Rotkehlchen, Kohl- und Blaumeise, aber auch ein bei uns eher seltener Kolkrabe zu hören. Fast so als wollten die Vögel den Naturschützern Beifall zollen.

Während der Maßnahme wurde die Gruppe immer wieder von Spaziergänger*innen angesprochen. Diese äußerten sich durchweg positiv über die Aktion. Die Gruppe hofft nun, dass die Nisthilfen in den nächsten Wochen, wenn die Wohnungssuche bei unseren gefiederten Freunden beginnt, gut angenommen werden und so das Ökosystem des Lachwaldes weiter gestärkt wird. Als Nebeneffekt wurde im Zuge der Nisthilfenaktion auch über weitere Naturschutzmaßnahmen diskutiert, wie beispielsweise die ökologische Aufwertung waldnaher Privatgärten durch Umwandlung in naturnahe, insektenfreundliche Biotope, die Schaffung weiterer Laichgewässer für Amphibien sowie die Entfernung des im Lachwald verwilderten Kirschlorbeer im Rahmen einer geplanten Gemeinschaftsaktion. Als Wunsch wurde noch genannt, dass in Zukunft in stadteigenen Waldgebieten bei den Durchforstungen jeweils einige (zum Beispiel zwei Exemplare pro Hektar) etwa 10 Meter hohe Baumstümpfe stehen gelassen werden, damit sich Höhlenbrüter in Zukunft Höhlen selber anlegen können und dadurch die künstlichen Maßnahmen überflüssig machen.
So hatte diese Aktion einiger engagierter Bürger*innen nicht nur eine ökologische Aufwertung des südlichen Stutensee zur Folge, sondern trug auch dazu bei, dem praktischen Naturschutz, der mit dem Bürgerentscheid zum Erhalt des Lachwaldes deutlich gestärkt worden ist, weiter zu unterstützen.

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