BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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Spahn reitet ein totes Atomenergie-Pferd

20.04.26 – von Christoph Maier, –

Leserbrief zu BNN 17.4.26

„Spahn entfacht Atom-Debatte erneut“

 

Es ist nicht zu fassen, wie manche Politiker entgegen aller wissenschaftlicher Realitäten alte Kamellen aufwärmen. Da kommt Jens Spahn in einer Pressekonferenz so beiläufig mit einer Reaktivierung alter abgeschalteter Atom-Meiler daher in der Meinung, damit könnte man das Energie- und/oder Umweltproblem kurzfristig in den Griff bekommen. Immerhin wurde er umgehend sowohl von Parteikollegen als auch von SPD und Opposition zurückgepfiffen. Längs ist bekannt, dass dieser Zug abgefahren ist, im Koalitionsvertrag ist es sogar geregelt, im Ausstiegsgesetz verankert. Die Energieversorger sind eifrig mit dem Rückbau beschäftigt und haben selbst keine Interessen, in diese teure und unwirtschaftliche Technologie noch mal zu investieren. Oder wollen die tatsächlich die zig Milliarden Ausstiegs-Abfindung wieder zurückzahlen, die sie erhalten haben, um wieder neu einzusteigen? Wann wären die von Spahn angedachten Ausstieg–Meiler überhaupt wirksam einsetzbar, und dann noch unflexibel? 

Längst haben die einst belächelten Erneuerbaren über die Hälfte des Strombedarfs in Deutschland geschafft zu decken. Weltweit gibt es zwar viele angebliche Ansätze neuer AKW, jedoch kein einziges ist wirtschaftlich, und viele Investoren springen ab, weil es einfach ein Geldgrab ist und auch dem Klima nichts bringt: die Mittel werden anderswo gebraucht, nämlich beim Ausbau dezentraler Speicher und smarten Lösungen, dem Ausbau der günstigen Windenergie und der Ladeinfrastruktur sowie der Stabilisierung der Netze; denn das kommt viel günstiger und ist zielführende Daseinsfürsorge, also Aufgabe des Staates. Gut, dass Umweltminister Carsten Schneider da gleich reagiert hat und die Renaissance der Kernenergie als Mythos entlarvt.

Übrigens fehlt das Geld an anderen Stellen und sollte nicht in alte Technologien rückwärtsgewandt erneut als Subvention gesteckt werden: für die intensive Betreuung von Kindern und Jugendlichen fehlen angeblich 9 Milliarden € jährlich, demgegenüber entgehen dem Staat durch Steuerhinterziehung nachweislich etwa 100 Milliarden € jährlich! Geld, das man dringend in die Zukunft der nachfolgenden Generationen investieren sollte, von der Betreuung der Kinder bis zu einer nachhaltigen und sicheren Energiepolitik. Keiner der führenden Politiker sollte auf einem toten Pferd reiten.

 

Christoph Maier, Stutensee

——

Ich danke für eine Veröffentlichung in den nächsten Ausgaben. Vielleicht können Sie mir kurz eine Rückmeldung dazu geben.

 

Herzliche Grüße

 

Christoph Maier

Stutensee

Mobil 0177 3301503

Kategorie

Energie

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